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Das Reet wächst überwiegend in Feuchtgebieten

Das Reet wächst überwiegend in Feuchtgebieten © The M by pixelio.de

Ob nun Bioeier, ungespritzter Salat oder Rindfleisch aus Freilandhaltung – ein wachsender Hang zu ökologischen Nischenprodukten war in den vergangenen Jahren in Deutschland deutlich spürbar. Doch nicht nur die Essgewohnheiten unterliegen dem Wandel, auch im Hausbau spielen ökologische Aspekte heute sicherlich eine gewichtigere Rolle als in den vergangenen Jahren.

Das geänderte Bewusstsein hat schon jetzt deutliche Auswirkungen auf das Verhalten von Bauherren, die mehr denn je auf die Umwelteigenschaften von Baumaterialien achten. Die wohl offensichtlichste Änderung ist der stärkere Hang zum Holz als Baumaterial. Aber auch am Rande solch offensichtlicher Entwicklungen vollziehen sich allmählich Änderungen. So konnte sich zum Beispiel das Reetdach in den vergangenen Jahren fast gänzlich unbemerkt von dem allgemeinen Umwelthype erneut Marktnischen erobern.

Eigenschaften von Reet

Als Reet bezeichnet man allgemein ein Schilfrohrgewächs, das vornehmend in sumpfigen Arealen oder entlang Seen oder Flussläufen wächst. Die Pflanze gehört zur Familie der Gramineen und trägt wie verwandte Arten auch im Sommer einen Blättermantel, der erst bei kälteren Temperaturen verloren geht. Als Schilfrohrgewächs zeichnet sich das Reet durch einige biotechnische Eigenschaften aus, die es für den Dachbau besonders eignen.

  • Reet weist einen hohen Siliziumgehalt auf. Das Silizium (der Ausgangsstoff für Wasser abweisende Silikone ist) verleiht dem Schilfrohrgewächs eine hohe Wasserresistenz in Feuchtarealen. Reet eignet sich daher besonders zur Dachabdichtung. Bei einem verdichteten Belag aus Reethalmen perlt Regen an der Außenhaut des Daches ab und kann zu Boden geleitet werden.
  • Reet ist relativ schwer entflammbar. Auch für diese Eigenschaft ist der hohe Siliziumgehalt verantwortlich, da Silizium, wie nahezu alle Kristalle, einen hohen Flammpunkt hat. Reetdächer sind der Brandklasse „B2“ zugeordnet – gelten also als schwer entzündlich.
  • Das Material eignet sich aufgrund seiner Statik zur Errichtung stehender Dachkonstruktionen. Reet verfügt über eine hohe Biegefestigkeit, wobei niedrige Außentemperaturen diese Eigenschaft nur geringfügig einschränken. Je nach Ausbau des Daches verträgt eine Dachbeschichtung aus Reet Temperaturen von – 20 bis – 40 Grad Celsius.
  • Der Hohlraum im Inneren der Reethalme verleiht dem Gewächs vergleichsweise gute Wärmedämmeigenschaften, da die Gase im Inneren Wärme nur in beschränktem Maße leiten können. Das Reet funktioniert als natürliche Isolierschicht, die einen effizienten Schutz vor der Witterung darstellt.

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