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Längst ist der eigene Dachgarten nicht mehr nur ein Kompromiss zwischen dichtbesiedelten Städten und dem Wunsch nach einem eigenen Stück Natur. Worauf Sie bei der Gestaltung Ihres Dachgartens achten sollten und wie Sie dies am besten umsetzen, erfahren Sie hier auf Dachdeckereien.org.

Der persönliche Rückzugsort über den Köpfen der Stadt nimmt mittels modernerer Baumethoden auf immer mehr Dächern Einzug. Immerhin ist es für die Umsetzung eines Dachgartens unerlässlich, dass die entsprechenden baulichen Genehmigungen erfüllt werden. Diese setzen schließlich voraus, dass die Anlage Ihres Dachgartens den Anforderungen der Statik des Hauses und der Art Ihres Daches entspricht. Weiterhin entscheidet sich schon hier, ob die gewünschte Vegetation auf Ihrem Dach überhaupt möglich ist. Erst dann sollten Sie sich Gedanken darüber machen, wie großzügig die Gestaltung Ihres Dachgartens ausfallen soll.

Bauliche Rahmenbedingungen – wo ist ein Dachgarten möglich?

Wollen Sie das grüne Paradies auf Ihr Dach holen, so müssen Sie dies zunächst von der Baubehörde genehmigen lassen. Nicht jedes Dach ist den Anforderungen einer Gartenanlage gewachsen. Im schlimmsten Fall ist die Anlage Ihres Dachgartens komplett verboten, da gegebenenfalls die Brandschutzfragen und Auflagen zu Art und sogar Material des Daches keinen Dachgarten zulassen.

Zunächst einmal ist für die Anlage eines Dachgartens eine relativ flache Neigung zu beachten. Der Idealwert liegt hier zwischen zwei und fünf Prozent. Eine steilere Dachneigung ist zumeist nicht empfehlenswert, da Sie auf die Stabilität der Erdmasse und Vegetation achten sollten. Ein komplett flaches Dach ist in der Regel ebenfalls nicht fachgerecht, da Sie einen Abfluss des Regenwassers garantieren wollen.

Je nach Bepflanzung stellen sich eine großflächige Bewässerung und somit auch ein direkter Wasseranschluss auf dem Dach als zwar nicht notwendig, jedoch als sehr praktisch heraus.

Die Gestaltung Ihres Dachgartens

Haben Sie sich mit den baurechtlichen Auflagen vertraut gemacht und werden diese erfüllt so sollten Sie sich nun damit auseinandersetzen, wofür Sie Ihr Dach begrünen möchten. Dieser Schritt scheint trivial, doch Garten ist nicht gleich Garten. Grundsätzlich wird in drei Bepflanzungsarten unterschieden:

Extensivbegrünung

Hier handelt es sich um vergleichsweise anspruchslose Pflanzen wie etwa Moose, Wildkräuter und Gräser. Diese Begrünung bedarf so gut wie keiner Pflege und bildet eine sehr flache Vegetationsschicht. Mehr über Extensive Dachbegrünung erfahren Sie hier.

Einfache Intensivbegrünung

Auch hier bleibt der Gestaltungsspielraum beschränkt. Verwendet werden hier meist Gräser, Strauchwerk und Büsche, um dem Dach ein grünes Antlitz zu verleihen.

Aufwendige Intensivbegrünung

Dies umfasst die klassische Gartenlandschaft, die Sie sich vorstellen, wenn Sie an einen Dachgarten denken. Theoretisch sind die Gestaltungsmöglichkeiten hier fast unbegrenzt, technisch jedoch natürlich abhängig von den Unterhaltungskosten und der Statik des Hauses. Die Anlage von Rasenflächen, Beeten, Stauden, Buschwerken und sogar kleinen Bäumen steht Ihnen hier zur Verfügung.

Es ist wichtig, immer im Hinterkopf zu behalten, dass Ihr Dachgarten mitunter sehr starken Windverhältnissen ausgesetzt ist. Dies sollten Sie bei der Bepflanzung und bei entsprechenden Utensilien und Dekorationen auf Ihrem Dachgarten beachten.

Schicht um Schicht – der Aufbau Ihres Dachgartens

Die aufwendige Intensivbegrünung stellt sehr hohe Anforderungen an die Funktionsschichten des Dachgartens, als auch an die Wasser- und Nährstoffversorgung. Entsprechend wollen wir Ihnen nun den Bau Ihres Dachgartens näher erklären.

Der Aufbau Ihres Dachgartens erfolgt grob in drei Funktionsschichten . Die erste Schicht umfasst die Abdichtung des Wohnhauses. Sie bildet einen wasserdichten Schutz, stellt darüber hinaus jedoch auch eine energetisch wertvolle Isoliermaßnahme für Ihr Dach dar. Dies macht einen Dachgarten auch finanziell attraktiv – die Pflanzenschicht wirkt im Sommer kühlend, während im Winter zusätzlich isoliert wird: eine Klimaanlage mit positiver CO2-Bilanz. Bestehend aus einer Ausgleichsschicht, einer Dampfbremse sowie Wärmedämmung und einer Dampfdruckausgleichschicht, bildet die Abdichtung die Grundlage für Ihren Dachgarten. Abgeschlossen wird diese zumeist weiterhin mit wurzelfesten Bitumenbahnen.

Als zweite Schicht für Ihren Dachgarten schließt sich hier eine Drainageschicht an. Diese dient dem Abtransport überschüssiger Wassermengen über entsprechende Ableitungsrohre in Richtung Kanalisation.

Letztlich wird Erde, beziehungsweise je nach Bepflanzung auch ein entsprechendes Dachsubstrat, über die Schichten verteilt. Hier können weiterhin Unebenheiten ausgeglichen oder sogar bewusst geschaffen werden. Der landschaftsgestalterische Part des Aufbaus Ihres Dachgartens kommt hier zum Vorschein – zumal die Anhäufung von Substraten unterschiedliche Vegetationen unterstützt.

Wie bei allen Schichten und der Gestaltung Ihres Dachgartens, sollten Sie vor allem die Abdichtung Ihres Daches einem Fachmann überlassen. Einmal gelegt und bepflanzt, sind die unteren Schichten nur sehr schwer zu erreichen. Sie möchten ja schließlich nur Ihre Pflanzen gießen, und nicht Ihr ganzes Haus.

Fazit

Die Genehmigung der Baubehörde ist für Ihren Dachgarten unabdinglich. Machen Sie sich mit den Rahmenbedingungen für Ihren persönlichen Dachgarten vertraut und überprüfen Sie ob Dachneigung, Statik des Hauses, Be-und Entwässerung und spezifische Auflagen des Bebauungsplans einen Dachgarten zulassen, und welche Ausmaße dieser anzunehmen vermag. Unabhängig von der Begrünung Ihres Gartens, ist der Aufbau Ihres Dachgartens immer gleich. Lassen Sie diesen von einem Fachmann fertigen und machen Sie sich mit der bestmöglichen Dicke der Vegetationsschicht vertraut, um Ihrem persönlichen grünen Stück Himmel die bestmöglichen Ausgangsvoraussetzungen zu ermöglichen.

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