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Biberschwanzziegel

Biberschwanzziegel wird aus gebranntem Ton gefertigt. - © RainerSturm by pixelio.de

Der Biberschwanzziegel ist ein flacher Dachziegel, der an der Unterkante meist halbrund geformt ist. Damit ähnelt er in seiner Form dem Schwanz des Bibers. Weitere Varianten als Bogen-, Spitz-, Rauten- oder Sechseckschnitt ermöglichen eine individuelle Strukturgebung für jedes Dach.

Geschichte der Biberschwanzziegel

Der Biberschwanz ist vermutlich die älteste Dachziegelform. Ausgrabungen zeigen, dass diese Form bereits vor 3000 Jahren bei den Griechen als schindelartige Dachabdeckung zur Anwendung kam. In Deutschland wurden Biberschwanzziegel aus gebranntem Ton etwa ab dem 14. Jahrhundert verwendet. Im Mittelalter fielen ganze Dörfer und Stadtteile mit stroh- und reetgedeckten Dächern verheerenden Bränden zum Opfer. Es gab eine große Nachfrage nach einer nicht brennbaren, schnellen Dachdeckung. So verdrängte besonders in Mittel- und Süddeutschland der leichte, flache Biberschwanz den bis dahin meist verwendeten Hohlziegel.

Verwendung der Biberschwanzziegel

Der Bieberschwanzziegel als klassischer Dachziegel historischer Bauten wird viel zur Sanierung wertvoller denkmalgeschützter Gebäude verwendet. Aber auch bei modernen Neubauten gewinnt er zunehmend an Bedeutung, denn die ausdrucksstarken, vielfältigen Formen und Farben erlauben besondere gestalterische Möglichkeiten bei individuellen Dachformen.
Bei der Dachdeckung werden die Ziegel mittels eines Vorsprungs, der sich an der oberen Kante befindet, in die Dachlatten eingehängt. Zwei überlappende Lagen, die seitlich jeweils um einen halben Ziegel versetzt sind, bilden die bekannte “Fischschuppenoptik” und selbst bei sehr steilen Dächern halten die Ziegel auch ohne zusätzliche Befestigung. Früher erfolgte meist eine Einfachdeckung und durch dünne, gespaltene Holzplättchen, den sogenannten Spließen, wurde das Eindringen von Regenwasser verhindert. Heute erfolgt die Verlegung in Kronen- oder Doppeldeckung, sodass durch die Überdeckung kein Regenwasser in die Längsfugen gelangen kann. Diese beiden Arten der Dachdeckung haben eine lange Tradition und ganze Regionen sind durch Dachlandschaften geprägt, die durch das besondere Erscheinungsbild der Biberschwanzziegel charakterisiert werden.

1 Kommentar

  1. Selleng sagt:

    Bieberschwanzziegel gibt es alternativ auch für Leichtdächer aus GFK-Kunststoff.

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